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Freitag, 15. September 2017

ist ne enge Straße


Der Wecker klingelt. Morgen hast du frei, denk ich. Schon wieder.

Ein Wichser in seinem scheiß SUV fährt, viel zu mittig, ich kann gar nicht ausweichen, bin ja schon ganz an der Bordsteinkante, die haben der Menschheit noch gefehlt, auf mich zu, schießt links an mir vorbei und reißt mir beinahe den Außenspiegel ab. Vielleicht tu ich ihm unrecht, denk ich mir, fluch nicht immer, beim Autofahren, vielleicht hat er es einfach mega eilig, aus irgendeinem mega wichtigen Grund, vielleicht sollte ich achtgeben, dass in meinem Kopf nicht Vorbehalte zu Manifesten werden.

Ich sitze meiner Englischlehrerin gegenüber und stelle fest, dass ich Angst habe. Ich denke darüber nach, dass ich schon fünfundzwanzig Jahre keine Vokabeln mehr gelernt und das nicht vermisst habe.

Eine Wichserin in ihrem scheiß SUV fährt, viel zu mittig, ich kann gar nicht ausweichen, bin ja schon wieder ganz an der, komm, sieht den keiner diesen kleinen Panda, verdammt nochmal? Vergiss es, denk ich, der Untergang ist eh nicht aufzuhalten, was solls.

An der Kasse sitzt eine Frau, ich lege mein Mittagessen aufs Band, beobachte sie, piep, piep, piep…. das macht dann Neunzehneurosiebenundachzig und jo, denk ich, Vokabeln, also das krieg ich hin. 

Mittwoch, 6. September 2017

Hallo Hase


"Kann ich Ihnen helfen?"

Fehler. Lernt man gleich im ersten Lehrjahr. WIE kann ich Ihnen helfen? Nicht KANN. Egal.

"Meine Enkelin hat morgen Geburtstag und heute bekommt sie ein Kaninchen! Sie hat es sich schon heraus gesucht. Das da!"

Stille. Dumpf blickt der Verkäufer in Richtung der älteren Dame. Sie lächelt erwartungsvoll.

Ich schätze ihn auf Mitte zwanzig, ungepflegter Wildwuchs im Gesicht und ich hoffe, dass das Gel ist, in seinen Haaren.

Die Dame ist dezent geschminkt, ein eng anliegender knielanger Rock in einem dunklen Grün, farblich wunderbar (Ich hör neuerdings Hörbücher. Und mir ist aufgefallen, wie detailliert da die Protagonisten immer beschrieben werden. Toll. Ich mach das jetzt auch, hab ich mir überlegt.) abgestimmt zu der khakifarbenen, hm, ich glaub, das war ne Bluse. Vielleicht auch ne Weste. War ja schon vorgestern, als ich in der Tierhandlung war. Ihre Schuhe hab ich mir auch nicht gemerkt, ich arbeite dran.

"Und jetzt?" fragt die Frau, "Haben Sie einen Karton oder so? Wir hätten auch einen im Kofferraum, soll ich den mal holen?"

Eins Mississippi.

Zwei Mississippi.

Drei Mississippi.

"Okay", sagt der Verkäufer schließlich und steht wie ausgestopft und hingestellt der Dame gegenüber. Sie zupft irritiert an einer ihrer blondierten Haarsträhnen und verlässt dann die Kaninchenabteilung, um den Karton aus dem Wagen zu holen.

"Entschuldigen Sie", sag ich. Er dreht sich zu mir um und sieht mich fragend an. Ich lächle. 

"Sagen Sie mal, eigentlich geht es mich ja nichts an, aber: werden Sie die Dame noch darüber aufklären, dass man Kaninchen nicht als Einzeltiere halten darf?"

Eins Mississippi. Zwei Mississippi. In Zeitlupe beginnt er mit Daumen und Zeigefinger seiner rechten Hand am Kragen seines grünen tannengrünen Kittels herumzuzuppeln. Drei Mississippi. Ich spüre Nervosität. Empathisch. Ich. 

"Doch, doch, natürlich! Äh, nachher, während des Verkaufsgesprächs natürlich!"

"Aha", sag ich, "hat mich interessiert, wie Sie das handhaben."

Ich spüre Unruhe.

Die Dame stellt den Karton vor die Füße des Verkäufers. Das Enkelkind hüpft vorfreudig auf und ab, ihre blonden glatten Haare fliegen ungestüm, ach Gott, was ist das anstrengend, auf und ab. Ach nee, auf und ab hatten wir ja eben schon mal. Hm.

"Aber, also, Sie dürfen aber, das steht auch so im Tierschutzgesetz, Sie müssen eigentlich zwei Kaninchen nehmen!", prescht der junge Mann vor, plötzlich erwacht. Mit winselndem Blick schielt er zu mir herüber, ich nicke anerkennend.

Das Kind jubelt, die Oma stemmt die Hände in die Hüften: "Wir werden erstmal nur eins nehmen. Und dann, demnächst, holen wir das zweite", erwidert sie resolut.
Es kommt mir so vor, als verkrampfe sich ihr Körper gerade ein wenig.

Ich räuspere mich.

"Nein, nein, das geht nicht. Sie müssen schon jetzt gleich zwei nehmen. In einer Woche kann sein, dass es schon zu spät ist und sich die Kaninchen dann nicht mehr vertragen, sich beißen, dann getrennt werden müssen und äh, das wär schlecht."

Das Kind hüpft noch freudiger und stimmt ein: "Bitte, bitte, ach büüüüütte, Oma", an.

Verkrampft. Eindeutig.

Hach ja.

Ich hab dann meinen braun-schwarzen Jagdhund mit dem seidigen Fell, ein bisschen mopsig, meint der Tierarzt, mehr darfs nicht werden, sagt er, na gut, wieder aus der Kleintierabteilung gezogen. Hab ihn ja kaum mehr halten können. 

Die Kaninchen beruhigten sich zum Glück augenblicklich wieder, Frieden auf Erden.

Die haben vielleicht immer einen Stress, wenn da ein Hund steht…. na ja, Spaß muss sein.



Freitag, 18. August 2017

Ich finde Ihren Mangel an Glauben beklagenswert.


"Wie viel?"

"Keine Ahnung."

"Los, rauf da."

"Ach du meine Güte!"

Sie lacht.

"Na gut, dann schreiben Sie das halt da rein, wird schon stimmen."

"Also das Gewicht müssen wir schon wissen. Wegen der Narkose."

"Scho recht."

"Und außerdem, ich will Ihnen mal was sagen: Ich war viele Jahre auf der Intensivstation. Und wissen Sie, was ich da gelernt habe?"

"Hm?"

"Nach nem Verkehrsunfall haben Sie ne viel bessere Überlebenschance, wenn Sie ein bisschen ein Polster am Leib haben."

"Ich fahr nen Panda."

"Na also."

Montag, 14. August 2017

Hey Duda



"Du, Alexandra…."

Alexandra. So nennen mich ansonsten nur zwei Menschen. 

"Ich hab heute Lasagne gemacht."

"Lecker."

"Jajajajaja aber: Mit Kohlrabi, statt Nudeln!"

"Warum das denn?"

"Ich hab den Tipp von einer Kollegin bekommen. Die hat total viel abgenommen! Lauter tolle Rezepte mit Low Carb und so. Da gibts im Internet so eine Seite."

"Aha."

"Sooooo lecker war das, so lecker. Ich schick dir mal den Link, ja?"

"Lass mal, aber danke."

"Nicht? Sind echt tolle Rezepte dabei! Mit ganz, ganz wenigen Kalorien."

"Ich will doch aber gar nicht abnehmen."

"Nicht? Ach so. Hm. Da hast du recht."


Mädel. So nennt mich meine Mutter.

Meine Tante sagt Kind zu mir.

Alexandra…. hm. Ah, genau, mein Bruder nennt mich so. Wobei…. der sagt auch meistens Alex zu mir.

Sind vielleicht doch weniger alswie zwei. Ist ja auch egal.

Als er damals operiert wurde und er Angst vor der OP hatte, hab ich ihm gesagt, er braucht keine Angst haben. Wenns schiefgeht bekommt er eh nix davon mit, also: Kein Stress. 

Das hat er sich gemerkt. Hat er mir erzählt, als er mich gestern gefragt hat, ob ich Angst habe. Fand er doof, damals. Hm. 



Sonntag, 30. Juli 2017

Erholungsfaktor


"Steig ein, Schülerin."

"Das gefällt dir, kann das sein?"

"Großer Spaß."

"Fahr los, Meister."

Dienstag, 18. Juli 2017

Brücke



"Ernsthaft?"

"Ich sag nix."

"Die können euch gar nicht helfen?"

"Nix, sag ich."

"Aber…. die sollen doch die Kassiererinnen schützen, dafür stehen die doch dort rum!"

"Genau! Ja sicher."

"Und was sind das für Typen?"

"Nix sagen ich werde."

"Haben die wenigstens einen Nahkampf-Crashkurs absolviert?"

"Nun ja…."

"Die können da doch keine, also, die stellen da doch nicht wirklich unterbezahlte Leiharbeiter hin und stecken sie in eine Security-Uniform?! Aus versicherungstechnischen Gründen?"

"Fußzonenreflexmassage? Das wird dir gut tun."

"Gerne. Dreh dich um, Füße her, hopp. Unglaublich ist das!"



Samstag, 17. Juni 2017

Himmelreich und so.


"Du, Alex, du hast doch Kuchen mitgebracht."

"Äh, ja."

"Was ist denn alles im Käsekuchen drin? Also im Käse."

"Was da halt so reinkommt. Quark, Eigelb, Milch, Zucker, Vanillepuddingpulver, bisschen Öl."

"Magerquark?"

"Hm, ja?"

"Wärst du beleidigt, wenn ich nur das Quarkzeugs esse und den Boden wegkrubble?"

"Äh…. nein?"

"Nicht, dass du dich gekränkt fühlst!"

"Wegen der Kohlenhydrate, hä?"

Sie strahlt. Und sie lächelt. Pures Charisma.

"Ganz tapfer bin ich. Ganz, ganz tapfer."

Pfff.

Sie ist das schärfste Teil unter der Sonne und krubbelt den Boden weg. Unglaublich.

Na, ja gut: das zweitschärfste.




Freitag, 2. Juni 2017

dos wochos


"Ey", sag ich zu dem Typ vor meiner Kasse. "Wissen Sie, was ich gestern im Freibad festgestellt habe?"

"Hm?", fragt er.

"Ich hab festgestellt, dass ich jetzt sogar schon so alt bin, dass ich so ziemlich alle noch lebenden Tätowierungs-Trends ihrem jeweiligen Entstehungsjahr zuordnen kann. Lustig. Plus Minus zwei Jahre. Etwa."

Er sagt nix, guckt nur interessiert. Also führe ich halt weiter aus, ist ja grad nix los.

"Die ganzen chinesischen Schriftzeichen, die Tribals, die Blumenranken, die Totenköpfe oder auch die ellenlangen Texte von vor zwei Jahren kann ich zuordnen, die Anker vom letzten Jahr, die Hello Kittys, ohne Witz, kann ich. Und derzeit sind ja diese, sind das eigentlich so aztekische Arm- und Fußbänder oder so, was Sie da haben? Sieht man dieses Jahr ganz oft, auch gestern, im Freibad, werden immer mehr. Hab ich alles miterlebt, so alt bin ich schon, ist das nicht witzig?"

Er zahlt und geht.

Ohne Tschüss zu sagen.

Depp.

Mit Fusselbart.

Der feine Herr Taliban.

Schlimm sieht das aus. Macht weg, das Gestrüpp.

Donnerstag, 18. Mai 2017

kann weg


"Ach du meine Güte, was haben Sie denn gemacht? Sind Sie gestürzt?"

"Nein, nein. Ich bin in der Küche ungeschickt am Geschirrkorb hängen geblieben und hab mir den kleinen Finger gebrochen."

"Also Sie machen Sachen…."

Stammkundin. Kommt jede Woche. Nette Frau. Freundlich. Wir plauschen immer ein wenig. 

"Nicht schlimm. Wissen Sie, es kommt wie es kommt. Kann keiner aufhalten. Was passieren soll, passiert. Ich habe Vertrauen."

Hm. Hä? Na gut.

"Meine Tochter zum Beispiel…."

"Ja?"

"Die hatte eine tollen Beruf. In der ganzen Welt ist sie herum geflogen, überall war sie. So geliebt hat sie das. Und ich, ich hab mir immer große Sorgen gemacht…. hab schlecht geschlafen, waren schlimme Jahre. Und jetzt? Jetzt ist sie schwanger! War nicht geplant. Aus und vorbei! Es kommt, wie es eben kommt. Was passieren soll, passiert. Jetzt bleibt sie in meiner Nähe!"

Ihr dürrer Körper bebt und sie lacht. Triumph. 

Stammkundin. Kommt jede Woche. Nette Frau. Freundlich. Wir plauschten immer ein wenig.


Mittwoch, 3. Mai 2017

satsch is leif


"Ja, Halloooooo….. na, alles gut bei Ihnen?"

Er strahlt mich an, zwinkert und geht grinsend an mir vorbei.  Die Sonne geht auf. Seit Wochen hab ich ihn schon nicht mehr gesehen. Es gibt so Menschen, die haben eine Aura…. leck mich am Arsch, da zieht es dir die Schuhe aus, wenn sie dich bemerken. Machen wir uns nichts vor, diese Menschen wissen um ihre Wirkung und spielen damit. Weil Spielen so einen Heidenspaß macht. Hach ja.

Kein Wunder guckt seine Frau immer so brummelig, ich wollte nicht mit ihr tauschen.

Samstag, 8. April 2017

Tick, Tack


"Möchten Sie Ihren Kassenbon?"

"Wenn Sie mir darauf unterschreiben und der Bon dadurch mal wertvoll werden könnte, dann nehme ich ihn gerne."

Örks.

"So gut schreibe ich nicht."

"Ach, Sie schreiben? Ich lese für mein Leben gerne! Neun Meter Bücherregale habe ich daheim! Was schreiben Sie denn?"

"Ich kreiere Thermomix-Rezepte und publiziere sie im Internet."

"Ähhh…."

Jo.

"Leider habe ich eine Augenkrankheit. Eine ganz seltene. Die ist so selten, dass ich deshalb sogar an einer weltweiten Studie teilnehme."

"Das ist ja doof. Wo Sie doch so gerne lesen."

"Wenn ich nicht privat versichert wäre, diese seltene Krankheit wäre nie diagnostiziert worden!"

Ich liebe den Juli. 

"Da haben Sie aber Glück gehabt!"

Im Juli ist immer viel los.

"Stellen Sie sich das mal vor!"

Da bleibt keiner lange an der Kasse stehen. Bezahlen. Zack. Weg.

"Das will ich mir lieber nicht vorstellen."

"Ich fahre deshalb regelmäßig nach Bonn. Ein wunderbarer Arzt…. ganz seltene Krankheit."

Ach, verdammt. Ich bin ein Depp.

"Na los, jetzt sagen Sie halt: Was genau für eine Krankheit ist das und wie beeinträchtigt sie Ihr Leben?"

Er strahlt. 

"Also, jeder Mensch hat doch Blutgefäße im Auge. Und bei mir, das ist wirklich ganz selten und ich kann deshalb auch nur kurze Zeitabschnitte lesen, wirklich bedauerlich, weil die Augen so schnell ermüden und, also, dieser Doktor, sehr schicke Praxis, der hat mir erklärt, dass bei mir quasi…."

Bald ist Juli. 

Samstag, 1. April 2017

4


Rechts. Dann links. Wieder rechts. Autobahn.

Er zuckelt wie ich hinter dem LKW her. Vermutlich beantwortet er noch schnell eine Mail.

Und dann ist er fertig.

Blinker, linke Spur.

Warnblinker zum Abschied. Lichthupe als Erwiderung.

Ich schmunzle. Manches ändert sich nie.

Weg ist er.

Tja. Wenn du keinen Panda hast, dann hast du keinen Panda.

Montag, 27. März 2017

Carina


"Das ist aber nicht Ihre Karte."

"Ist die von meiner Frau."

"Tut mir leid, darf ich nicht machen."

Er stöhnt.

"Ist doch aber mit PIN, ist doch egal."

"Nein, ist mit Unterschrift, ist nicht egal."

Er trägt Strickmütze und Vollbart zum T-Shirt und den Shorts, der Schweiß rinnt. 

"Moment, ich ruf sie an, die sitzt im Auto."

Ich nicke, die Schlange ächzt.

"Kein Empfang, scheiße. Moment, ich bin gleich wieder da."

Weg ist er.

"Das wird was…."

"Wie meinen?"

"Na, die beiden haben vorhin auf dem Parkplatz schon miteinander rumgezackert."

Anteilnahme innerhalb der Schlange ist selten, ein schöner Tag.

Mein Informant grinst und zahlt und geht. 

"Wir müssen noch warten, sie ist noch mal rüber", japst es hinter mir.

"Kein Problem, ich hab ne Bonrückstellung gemacht."

"Die hat eh schon ne scheiß Laune. Stellen Sie sich vor…. weil sie vorhin auf dem Parkplatz einen goldenen Edding gefunden hat! Hat wohl jemand verloren. Total ausgeflippt ist die. Flippt eh andauernd aus. Und dann hat sie ihn offenbar in den kleinen Korb, vorne am Einkaufswagen, gelegt. Ich hab dann das Auto eingeräumt, den Wagen weg, wir sind rüber gefahren und dann gings los. "Wo hast Du den Edding hin?" "Weiß ich doch nicht, wo Du den Edding vorhin hin hast." "Du musst doch wissen, wo DU den Edding hin hast!" So ging das. Wegen nem gefundenem Edding, muss man sich mal vorstellen! Andauernd flippt die aus…. alter Schwede. Deswegen so ein Fass aufzumachen. Und jetzt durchsucht sie drüben die Einkaufswägen. Dauert also noch ein bisschen."

"Warum essen Veganer kein Hühnchen?"

"Keine Ahnung."

"Weil Ei drin ist."

Er lächelt.

Und schwitzt.

Mütze. Vollbart. Was soll man sagen. Nix.

Dienstag, 21. März 2017

Maul halten


"Hm. Was nehme ich denn…. ich bin ja für die Besichtigung der Nudelfabrik."

"Betriebsausflug?"

"Ja."

"Stinkt halt wie Sau, also ich würd das nicht wollen."

"Weil?"

"Stinkt nach faulen Eiern. Nach Schwefel. Eklig."

"War meine Idee."

"Oh. Aber unbedingt! Bestimmt ist es eine Hartweizengrießnudelfabrik, ganz sicher ist es das! Hartweizen! Null Eier! Das wird super! Mensch, wär ich gern dabei! Ich liebe Nudeln! Kohlenhydrate  sind unsre Freunde!"


Grad nochmal die Kurve gekriegt. Uff.

Samstag, 18. März 2017

kreuzweise


"Haben Sie ne Kundenkarte?"

"Ich werd mich doch hier nicht nackich machen!"

"Alles klar."

"Ich werde mich ganz bestimmt nicht nackich machen!"

"Wie Sie meinen."

"Muss man sich denn heutzutage überall nackich machen?"

"Nein, Ihre Entscheidung. Kann ja jeder halten wie er will."

"Haben Sie mich verstanden? Ich erkläre Ihnen gerade, warum ich keine Kundenkarte habe!"

"Ich hab Sie schon verstanden. Und wenn Sie wollen, dann lassen Sie die Kleider einfach an. Glauben Sie mir, das stört mich nicht. Fragen muss ich Sie trotzdem."

"Ich werde mich nicht nackich machen!"



Samstag. Halb elf. Wird ne geile Schicht, spür ich genau.


Dienstag, 7. März 2017

egal


Ich reg mich auf. Aber nur kurz. Dann sortiere ich neu. Cola zu Cola, Fanta zu Fanta. Die zuckerfreie Plörre ganz nach unten.
Kommen light und zero aus dem selben Hahn? Ich glaub schon. Aber ich werde das nicht mehr mit einem Zuckerfrei-Trinker diskutieren. Es ist müßig und anstrengend und unbefriedigend. 

Ich stelle die Flaschen jedenfalls auf ihren richtigen, nun, es gibt eigentlich kein "richtig". Ich habe ein "richtig" im Kopf, das ist alles. Platz.

Ganz oben hinten steht ne Flasche Mezzo-Mix. Ich komm kaum dran, ist ein tiefer Kühlschrank. Zehenspitzen, recken, ich halte kurz inne, lächle, stell mich wieder hin und mach das gleich nochmal. Ich finde heraus, dass, wenn man den Kopf in einen Kühlschrank steckt, dass das genauso riecht, alswie früher das Kühlhaus gerochen hat. Vor Ewigkeiten. Lustig.

Und weil ich neuerdings ein amtliches Mathegenie bin rechne ich aus, wie viele Viererpacks Sprite ich noch holen und einräumen muss, damit alles schön in Dreierreihen steht und keine Flasche über bleibt. Klappt fast, ich lache.

Die Etiketten der Flaschen schauen alle nach vorne, sie stehen in Reih und Glied und sind farblich und inhaltlich astrein sortiert. Sieht gut aus, ich bin zufrieden. Ich bin die einzige die das so macht. Juckt keinen. Auch die Kunden interessiert das nicht. Völlig scheißegal. Ich bringe die Preisschilder an den richtigen Stellen an und schließe die Tür des Kühlschranks.

Bald ist Sommer. Es wird Zeit.

Montag, 20. Februar 2017

aber echt


"Ja aber natürlich verstehe ich dich!"

"Okay."

"Wenn du reden willst…."

"Danke."

"Oder weinen…. du darfst natürlich auch weinen!"

"Ähhh…."

"Wenn du möchtest, dann können wir auch nackt reden und weinen."

"Großartiger Einfall."

"Aber ja."

Montag, 13. Februar 2017

364


"Servus. Eben war ein Kunde bei mir, hat bezahlt und sich sehr wohlwollend über dich geäußert. Du warst freundlich und kompetent und er fühlte sich sehr gut beraten, hat er gesagt. Dachte mir, ich ruf dich mal g´schwind an um dir das mitzuteilen. Weil Feedback ja wichtig und so weiter, gell?"

"So, hat er das? Dann kann er gleich mal rüber zu den Chefs und denen das erzählen, sag ihm das! Die sollen mir gleich mal `ne Gehaltserhöhung geben!"


Jo.

Hat sich das also zukünftig auch erledigt. Telefonieren ist eh nicht meins. Passt.

Dienstag, 7. Februar 2017

Prost, Mahlzeit





Kannst Du mich mal anschreiben? Weil ich Deine Nummer, was weiß ich. Weg. Das ist merkwürdig, weil ich eigentlich (Achtung Kalauer, wollt ich immer schon mal sagen) nie ne Nummer vergesse.

Bittedanke.

siehe "Rubrik"


"Was machst du denn da mit dem Tempo?"

"Ich mach dir die Seitenscheiben vom Panda trocken, damit du was siehst und keinen Unfall baust. Ist ja alles angelaufen."

"Du machst mir die Seitenscheiben vom Panda trocken, damit ich was sehe und keinen Unfall baue?"

"Ja."

Montag, 6. Februar 2017

Servus, Biggi.


"Na, gehst du schon in die Schule? Ich erzähl dir mal einen Schwank aus meiner Jugend, während wir warten. Als ich in deinem Alter war, da hatten wir auch samstags Unterricht, kannst du dir das vorstellen? Irgendwann nur noch jeden zweiten Samstag und noch irgendwanner dann gar nicht mehr. Abgeschafft.''

Die Mutter mischt sich ein.

"Waaaas??? Sie hatten samstags Schule?"

Ich nicke.

"Das muss aber schon sehr lange her sein!"


Ich erzähl gar nix mehr.

Sollen die sich doch langweilen, bis die Kasse wieder hochgefahren ist, mir doch egal.

Nix erzähl ich mehr, vergiss es.