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Montag, 28. November 2016

….wenn man trotzdem lacht.


"Status bitte."

"Wir müssen aus dem Haus raus."

"Okay."

"Wir haben eine Wohnung in Aussicht."

"Wunderbar!"

"Sie ist klein."

"Perfekt! Viel weniger Arbeit! Was stellst du mit deiner vielen Freizeit an, schon Pläne?"

"Ich hab dann keinen Garten mehr."

"Dann gehst du spazieren und geniesst die Gärten der anderen. Lass sie mähen und jäten und all den Scheiß, lächle!"

"Den Pool werde ich vermissen!"

"Dann gehst´e eben an den Baggersee! Ist total lustig, wie sich Frauen in Tankinis zu verstecken versuchen und Männer aufs Handy glotzen, statt auf die Brut zu achten. Was willst du mit einem Pool? Braucht kein Mensch."

"Wir werden ganz viele Möbel weggeben müssen."

"Ey, sind wir ehrlich…. ist es schade drum? Und jetzt hör auf zu heulen und setz dich an deine Kasse, ja? Sind heute viele Fingerablecker und Stinker unterwegs, besser geht's ja gar nicht, das Leben ist schön!"

Samstag, 26. November 2016

na also


"Möchten Sie einen Kalender mitnehmen?"

"Hmm…. ach nee, eigentlich brauche ich keinen."

"Haben Sie eine Mutter?"

"Äh…. ja."

"Dann bringen Sie der doch einen mit."

"Ich weiß ja gar nicht, ob sie überhaupt einen will."

"Na sicher will die den! Geben Sie ihr den Kalender und sagen Sie: Hier Mama, ich hab beim Einkaufen an dich gedacht und mir überlegt, dass du vielleicht so einen haben möchtest."

"Meinen Sie?"

"Aber ja, glauben Sie mir."

"Na gut."


Ich hab nicht nur ein Herz für Mütter, ich arbeite auch nachhaltig.

Damit die Menschen in zwanzig Jahren zu ihren Kindern sagen können:

"Früher, Kind…. früher, da bekamst du zum Jahresende noch Kalender in den Geschäften geschenkt. Das waren noch Zeiten! Heute gibt's das ja nicht mehr. Nix bekommst´e mehr. Und es gab damals noch Kassiererinnen…. meine Güte, das waren Zeiten. Scharfe Teile saßen da manchmal rum…. Halleluja."


Happy Birthday, meine Liebe. 

Dienstag, 22. November 2016

feurio


"Weißt du, was ich meinem Sohn immer gesagt habe?"

"Hm?"

"Entschuldige die Ausdrucksweise, aber Männer reden so. Wenn du eine Frau ficken willst, hab ich ihm erklärt, dann musst du sie zum Lachen bringen."

"Das ist korrekt. Und das ist auch die Kunst."

"Sag, Schatz, wie alt bist du gleich nochmal? Du bist knapp über dreissig, nicht wahr?"

Sie lächelt.

"Verrat´s mir, komm. Wie alt bist du in zehn Jahren?"

Sie lacht.


Und ich…. sitze am Nebentisch, in ein Buch vertieft, und bekomme von alledem nichts mit. Mal wieder typisch.

Samstag, 19. November 2016

neulich am PIN-Pad


Ich reiche ihr den Kugelschreiber.

"Aha, auch a list?", fragt sie.

"Nein, war ausverkauft. Forever Yummy."

"Auch gut. Schön."

Ich nicke.

Sie nickt.

Alles fein.

Dienstag, 15. November 2016

hosianna


"Alex, würdest du bitte den kleinen Weihnachtsbaum da vorne ein bisschen schön machen? Ich hab grad keine Zeit."

"Ähhh…."

"Na, die Kugeln ausrichten und so."

"Echt?"

Sie nickt und sie strahlt und ihre Augen leuchten. 

"Das schaffst du! Komm, das bekommst du hin!"

Sie lässt nicht locker. Weil sie selbstverständlich weiß, dass alle Frauen unglaublich gerne zieren und schmücken und Glitzer und Lametta und….

"Ich hol nachher noch Lametta, damit es ein bisschen glitzert, ja?"

Ich wußte es.

"Jo", sag ich, "das ist ne schöne Idee."

Also hab ich die Kugeln neu arrangiert und die Draht-Papiernadel-Ästchen zurechtgebogen und das Bäumchen auf den Kippenautomat gestellt.

Damit Weihnachtsstimmung auch an der Kasse entsteht. 

Lange Rede, kurzer Sinn: Menschen sind seltsam. 

Montag, 14. November 2016

gam´ma fort



"Sie, was ist denn da der Unterschied?"

"Das eine sprüht einen einzelnen Strahl, das andere zerstäubt und Sie haben Sprühnebel."

"Das ist nicht für mich!"

"Aha."

"Das ist für meine Freundin!"

"Oh, wie schön, Sie haben eine Freundin."

"Ja! Und die wohnt zwei Stunden entfernt. Was, wenn sie überfallen wird und ich nicht da bin, um sie zu beschützen?"

"Das ist sehr umsichtig von Ihnen."

"Was ist besser? Sprühnebel oder Strahl?"

"Kommt drauf an. Beim Strahl müssen Sie sehr genau zielen. Also Ihre Freundin, mein ich."

"Dann lieber Sprühnebel?"

"Kommt drauf an. Ist es windig, da wo Ihre Freundin wohnt? Gegenwind wär halt doof."

"Was nehme ich denn…. haben Sie eins?"

"Ich brauche keins."

"Sagen Sie das nicht!"

"Ich bin Hulk, ich brauche keins, glauben Sie mir."


Er lacht.

Ich schaue ihn an und lächle.

Sein Lachen erstirbt, er bezahlt beide und geht.

Beratungsgespräche. Genau mein Ding.


Sonntag, 13. November 2016

schepp


Neben meiner Kasse stehen derzeit Sonderaufbauten mit Lebkuchen und Spekulatius. Holzpaletten mit Karton-Displays drauf, ganz schlicht. Saison-Artikel.

Die Preisauszeichnung…. nun, an der jeweiligen Vorderseite hängt jeweils ein Schild. Ca. 40 x 25cm groß. 

An diesen Schilder sind oben zwei kleinen Metallhaken befestigt und damit werden sie, einer links, einer rechts, einfach an die Karton-Displays gehängt.

Ich räume meine Kasse ein, setze mich und sehe, dass da eins der Schilder schräg hängt. Kann ich nur schwer ertragen, also erhebe ich mich. Einer der Metallhaken fehlt, das Schild hängt nur noch mit der linken oberen Ecke am Gewürzspekulatius. Verschwunden, das Ding.

Ich knie mich hin und luge zwischen die Spalten der Palette. Nix.

Ein Kunde kommt, ich muss an meine Kasse. 

Ich überlege, ob ich mir aus dem Büro eine Büroklammer holen und einen Haken biegen soll.

Ein Kunde kommt und unterbricht meine Gedanken.

Ich könnte das Schild auch einfach anlehnen, an so einer Packung Spekulatius. Ich mach´s. Sieht blöd aus. Ich häng´s halt wieder hin. Unzufrieden.

Kunden. Kasse. Später.

Ein Kollege kommt. Er geht am Spekulatius vorbei, stoppt, geht zurück und in die Hocke. Er schiebt die Halterung mitsamt dem einzelnen Haken in die Mitte des Schildes und hängt es hin. Zwei Sekunden, Zack.

Ich schmunzle.


Samstag, 12. November 2016

Das Wort zum Samstag



"Frau Teubner, Sie haben vorhin etwas sehr Kluges sehr schön in Worte gefasst. Ich bekomm´s nicht mehr zusammen, helfen Sie mir mal bitte….




Danke."

"Und schreiben Sie bitte deutlich, ich werd das nämlich ungefragt ins Netz stellen. Kann ja sonst keine Sau entziffern", hätte ich auch noch sagen sollen? Jo.


Vielleicht ist der Sauer aber auch einfach nur zu blöd zum Lesen. Gut möglich.

Mittwoch, 9. November 2016

Was denn?


Ich räume die Bildzeitung in den Ständer.

Titelseite:




Jesses, zieh das Ding wieder an!, denke ich. 

"Ey, Volker, guck mal", sag ich lachend zu meinem Kollegen aus dem Lager, "ich finde ja, manche sollten ne Burka tragen." 

"Äääähhhhh…. findest du das lustig?"

"Aber ja! Guck dir die, Moment…. ist das ein Kerl? Das ist doch ein Kerl! Und, ah, jetzt check ich das! Die hat ja aktuell die Burka an, ach so! Er."

"Das ist ein ernstes Thema, Alex."

"Gott im Himmel…."

"Hast du viele Freunde?"

"Nur dich, Hase."

"Ich geh mal wieder ins Lager."


Fand auch sonst niemand witzig.

Außer einem entfernten Spinner. Weil der hat´s nicht so mit PC, hat er gesagt. (Political Correctness! Ich hab fast ne Stunde gebraucht, bis ich kapiert hatte, dass du kein Computerproblem hast.)

Was bin ich froh, dass keiner kommentieren kann. 

was für´s Herz


"Bist du noch ganz sauber? Du erzählst mir gerade, dass du zwei Euro in einem Kaugummiautomaten versenkt hast? Zwei Euro? Da muss ich ne halbe Stunde für arbeiten!" Ich neige stets zu Übertreibungen. "Kind, das geht nicht. Wie bist du denn auf diese dumme Idee gekommen? Zwei Euro!"

"Aber ich wollte doch nur…. hier, der ist für dich. Weil du Ringe doch so liebst."






Ich hab den schönsten Ring der Welt und Trump ist Präsident. Was für ein Jahr, ich lach mich kaputt.

Meine Hand sieht alt aus, nicht wahr? Gestern hab ich mir ne Anti-Aging-Handcreme gekauft, ich mach mir keinen Kopp.

Samstag, 5. November 2016

Kokon


Ganz schön laut. Ganz schön laut, wenn man so direkt ins Ohr gehustet bekommt. Ein kleiner Huster. Trotzdem. Ganz schön laut. Ich lächle. 

"Entschuldige bitte."

"Du hast keine Hand frei, alles….

Nein, ich sage nicht "alles gut". Weil es mich nervt. Weil alles immer alles gut ist. Andauernd. Hör ich jeden Tag. Alles gut, alles gut. Das neue "Hallooooo???". Und es ist eben nicht alles gut. Nirgendwo.

…. ganz wundervoll, einfach weitermachen", das sag ich.

Weil manchmal ist dann halt doch einfach alles gut. Und gegen Weitermachen ist nichts einzuwenden.

Freitag, 28. Oktober 2016

die hat angefangen


"Na, ausgeschlafen?"

"Na ja…. nicht so wirklich."

"Oh."

"Wissen Sie, seit ich alt bin muss ich nachts nämlich immer aufs Klo. Ich wache um drei Uhr auf und muss, wirklich jede Nacht, unfassbar, so ein Mist. Und dann bin ich wach und kann nicht mehr einschlafen. Schlimm ist das."

"Wie alt sind Sie, wenn ich fragen darf?"

"Dreiundvierzig."

Gelächter.

Rentner haben echt null Einfühlungsvermögen.

Dienstag, 25. Oktober 2016

psst


"Alex, kannst du mir bitte diesen Stapel Blätter tackern? Immer drei zusammen."

"Klar."

"Danke."

Ich mach das gerne. Weil ich den Klang mag, wenn die Enden der Metallgrampe durch das Papier schießen und sich dann zueinander biegen. Klack-Klack. Schön.

Aber das sage ich nicht, weil neulich:

"Wenn du die Sechserträger von oben mit den Fingern durchstößt, kannst du sie viel besser aus dem Kasten nehmen um sie ins Regal zu stellen."

"Ich weiß. Mach ich aber nicht."

"Hä?"

"Wenn ein Kunde so einen Sechserträger kaufen möchte, dann will er ihn schließlich selbst, äh, quasi entjungfern."

"Bitte was?"

"Pass auf. Hör mal hin. Dieses Geräusch, wenn du mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger den Karton des Sechserträgers eindrückst, um ihn anzuheben. Perfekt, hörst du es? Da haben sich Menschen Gedanken darüber gemacht, glaub mir. Ganz unbewusst geschieht das. Plong - ich will es und hab ein gutes Gefühl dabei. Toll."

"Oh Mann."


Sensible Menschen werden total oft, nicht so recht verstanden.

Sonntag, 23. Oktober 2016

Kassenleistung


"Naaaa….", fragt er mich, "immer noch ohne?"

"Immer noch ohne."

"Und wie geht es Ihnen?"

"Es geht mir wunderbar. Gucken Sie, meine Zähne werden von Tag zu Tag weißer. Und ich hab ohne Nikotin sehr viel weniger Stress, das ist die allerschönste Erfahrung."

Er nickt.

"Weil Sie keine Entzugserscheinungen mehr haben und den Moment genießen können."

"Weil ich keine Entzugserscheinungen mehr habe und den Moment genießen kann."

"Was war Ihr persönlicher Tiefpunkt?"

"Wie meinen Sie das?"

"Meiner war der, als ich mich nachts in das Kinderzimmer meines Sohnes geschlichen und sein Sparschwein zerhauen habe. Ich hatte kein Münzgeld mehr."

Er lächelt.

"Ich frag Sie nächste Woche wieder, ja?"



Selbsthilfegruppen. Manchmal finden sie dich.

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Wackeldackel


"Ich nehme noch so ne Hülle für die Kippen mit. Wegen der Kinder."

"Ja, ja, is recht", sag ich nickend.


"Ihr Chef hat gesagt, ich bekomm das gratis. Weil ich doch letzte Woche…."

Ich hör längst nicht mehr hin. Ich nicke und mach´s einfach. 


"Haben Sie eine Kundenkarte?"

"So etwas besitze ich nicht! Ich werde mich nicht ausspionieren lassen! Die bekommen mich nicht! Niemals! Ich mache auch bei keinen Preisausschreiben mit! Keine Chance, ich bleibe unsichtbar!"

Was will man da sagen? "Da haben Sie aber mal recht!", sag ich deshalb. Zur Untermauerung nicke ich.


"Ihre EC-Karte ist nicht unterschrieben. Haben Sie vielleicht einen Ausweis dabei, damit ich Ihren Namen abgleichen kann?"

(Eigentlich ist mir das ja viel zu blöd. Früher hab ich den Leuten noch erklärt, dass das leichtsinnig ist. Jeder Dödel kann schließlich unterschreiben, wenn das Feld auf der Rückseite frei ist und ich habe Tipps gegeben. "Schwärzen Sie doch wenigstens mit Edding das Feld. Damit kein Unbefugter unterschreiben kann." Vergiss es. Mir wurde dann erklärt, dass das Kreditinstitut schließlich in der Beweispflicht blablabla. Frauen haben mir erklärt, warum sie sehr wohl auf der Kreditkarte ihres Mannes unterschreiben dürfen und Männer haben mir erklärt, dass…. hm, hab ich vergessen. Jedenfalls ist mir das mittlerweile egal. Im Januar hab ich nämlich beschlossen, dass ich mir ab sofort nicht mehr anderer Leute Köpfe zerbrechen will. Ich arbeite noch an der Umsetzung. Ist ja erst Oktober, krieg ich hin.)

"Wegen dreizehn Euro? Ist das Ihr Ernst? Dafür hol ich ganz bestimmt nicht meinen Ausweis raus!"

Reg ich mich auf? Nein. Ich lächle. Und ich wünsche einen schönen Tag und ich nicke. Na, eigentlich nicke ich ja nicht. Aber wegen dem roten Faden im Text und so. Liest sich flüssiger, wenn es einen gibt.


Ich steh auf und schlendere zu meiner Kollegin an Kasse 3. "Ey", sag ich, "von allen schlecht bezahlten Jobs auf dieser Welt…. haben wir da nicht den geilsten von allen?"

Sie hat kein Gespür für Fäden, trägt meistens beige oder orange und nickt deshalb nicht. So ist das Leben.

Dienstag, 18. Oktober 2016

jo mei



"Jesus, Maria.... was machst du? Wie machst du das? Noch nie hab ich.... oh Gott, das ist perfekt."

Ich will mich ja nicht selber loben, aber: ich koch nen astreinen Kaffee. Ist so.

Mittwoch, 12. Oktober 2016

selten so gelacht


Ist doch gerade so modern, sich die Bluse oder das Shirt vorne in die Jeans reinzustopfen. So leger, als wäre es zufällig passiert, beim Anziehen, bisschen unachtsam, weil in Eile. "Äh, entschuldigen Sie…. Ihre Bluse ist, nun, da, das sieht seltsam, äh, machen Sie das mal richtig hin." Momentan sieht es schick aus. Auch wenn es oft lächerlich aussieht. Andauernd sehe ich Frauen, die sich Blusen und Shirts, weil es gerade so schick aussieht und geh mir fort. Ich mach da nicht mit. 

Gestern war ich einkaufen. Zufällig. Hab nen Pulli gekauft. Spontan. In grün. Hoffnung. Vergiss es. Jedenfalls ist er vorne kürzer als hinten. Hm.

Heute Morgen hab ich ihn angezogen. Der Pulli sieht ein bisschen aus, als hätte ich ihn vorne am Bund reingekrumpfelt, weil er doch vorne etwas kürzer als hinten, mach ich ja aber nicht, reinkrumpfeln, weil  ja jeder und lächerlich und ich keinen flachen Bauch und wer hat das schon? Eben. Aber irgendwie sieht das schon so aus, also, wenn man nur die Silhouette und so weiter. Hach ja. Sieht super aus. Mein neuer Lieblingspulli.

Vor ein paar Tagen habe ich einen Artikel gelesen. Welches ist eines der ausgeprägtesten menschlichen Bedürfnisse? Zugehörigkeit.

So funktioniert Mode. Und auch alles andere. Määäh.

Sonntag, 9. Oktober 2016

Mahlzeit


"Warum dauert das so lange?"

"Ist doch nicht schlimm."

"Das kann doch nicht so lange dauern!"

"Mich stört das nicht."

"Mich aber."

"Weil du ein Ungeduldsbolzen bist."

"Ein was?"

"Ein Ungeduldsbolzen."

"Ich bin hungrig."

"Ich weiß."

"Du etwa nicht?"

Ich lächle.

"Ah, da kommt unser Essen. Iss schnell."

Donnerstag, 6. Oktober 2016

pff


Ich stehe am Regal und richte Weinflaschen aus. Ausrichten ist wichtig. Also für mich. Ich öffne Kartons, entnehme Flaschen und stelle sie ins Regal. Ausrichten. Alt vor neu. Ich muss das nicht machen. Ich bin als Kassiererin angestellt. Aber ich kann nicht stillsitzen. Und ich erkenne was mich stört. Leere Regale und unausgerichtete Flaschen stören mich. Lebenszeit. Manchmal könnt ich kotzen. 

Eine ältere Dame erscheint hinter mir. Sie mustert mich. Jeden Donnerstag kommen sie und ihr Mann einkaufen. Sie steht da und ist erstaunt: "Mein Gott! Sie sind aber groß! Sonst seh ich Sie ja immer nur sitzend, da fällt das gar nicht so auf. Sie sind aber groß! Sind Ihre Eltern auch so riesig?"
Ich lächle und erkläre, dass meine Eltern klein sind. Weil sie der Nachkriegsgeneration angehören, Mangelernährung. Und, dass Menschen eben nicht so groß werden, wenn sie in ihrer Kindheit unterversorgt sind. Ich erkläre ihr, dass Menschen in Nordkorea im Schnitt zehn Zentimeter kleiner sind, als in Südkorea. Ich hab keine Ahnung, ob das wirklich stimmt. Hab ich mal irgendwo gelesen. Sie nickt und glaubt mir.

Ich setze mich an die Kasse. Es wird voller. Ich staune über Kunden, die für Tafelwasser Geld ausgeben. Leitungswasser. Vierneunundneunzig die Kiste. Schnäppchen! Es geht uns gut. 

Ich beobachte Menschen, wie sie wie ferngesteuert an den Kippenautomat schweben. Ich lächle. Vor und nach "wie ferngesteuert" gehört vermutlich jeweils ein Komma. Und vor "was" vielleicht auch. Gestern Nachmittag hätte ich fast eine geraucht. Weil ich so voller Enttäuschung und Wut und Sorge und Trauer bin. Mein Hirn hat noch nicht verinnerlicht, dass Rauchen nicht beruhigt, sondern Entzugserscheinungen, komm, vergiss es, ist ja auch egal. Meine Zähne sind jedenfalls schon fast wieder weiß. Prima.
Ich kenne eine Frau, die in einem Casino arbeitet. Geschichten erzählt die…. Menschen sind so manipulierbar. Tja. 

Ich bemerke, dass meine Kollegin neuerdings roten Nagellack und auffällige Ringe trägt. Ich mache ihr ein Kompliment und sie lächelt.

Und dann geh ich heim. Und der Transporter vom Verputzer steht vor dem Haus. Ich könnte ihn zum Mittagessen einladen…. hm, ach was. 

Wie auch immer: Morgen ist Freitag, wunderbar.

Und: Ic ab mic ser über die Mail gefreut, Danke! Ic antworte gleic. Aber erst muss ic mit dem Und raus.

Kennen Sie den?


"Guten Morgen!"

"Guten Morgen, kommt ein Skelett zum Arzt…. Sie haben doch Zeit, nicht wahr?"

"Selbstverständlich, schicke Jacke haben Sie heute an."

"Danke. Sagt der Arzt: "Sie kommen aber ein bisschen spät!"

"Lustig. Kommt ein Mann zum Arzt, sagt der Arzt: "Sie müssen dringend mit dem Onanieren aufhören."

"Hihihihi…. haben Sie eigentlich schon ein Werbeprospekt für nächste Woche?"

"Ja sicher, hier, bitteschön. Fragt der Mann: "Warum?" Sagt der Arzt: "Damit ich Sie endlich untersuchen kann."

"Der ist gut. Wissen Sie auch, was das beste an der Muttermilch ist?"

"Macht dann bitte 18,49 Euro. Was denn?"

"Ich zahle mit Karte. Die Verpackung! Hihihi…. bisschen anzüglich ist der ja schon...."

"Ach was, ich kann das ab. Sagt der Haifischpapa zum Haifischsohn, ich glaub den kennen Sie noch nicht: "Heute zeig ich dir mal, wie man Menschen frisst. Siehst du das Schlauchboot da drüben? Da schwimmst du jetzt hin und umkreist es zehnmal. So, dass die Menschen deine Rückenflosse sehen." "Und dann?", fragt der Sohn. Hier, Ihre Karte. "Dann beisst du ins Boot und frisst sie anschließend." "Und warum soll ich vorher das Boot umkreisen? Ich kann sie doch auch gleich fressen." "Das stimmt", antwortet der Haifischpapa, "aber leerg´schisse´ schmecken sie besser." Oh, jetzt haben wir Ihre Kundenkarte vergessen einzuscannen….."

"Macht nix, macht gar nix…. heute haben Sie gewonnen, Glückwunsch! Bis zum nächsten Mal!"

"So machen wir das."



Jubel, Trubel, Heiterkeit.